Werbung für Dienstleister: wofür Sie die ersten 500 Euro ausgeben
Fünfhundert Euro sind für einen kleinen Betrieb ein Betrag, den man aufbringen kann, und gleichzeitig klein genug, dass er falsch eingesetzt spurlos verschwindet. Genau deshalb ist die Frage nach den ersten fünfhundert Euro eine der häufigsten, die ich höre, und genau deshalb lohnt sich eine ehrliche Antwort. Sie lautet nicht „Flyer“ oder „Google“, sondern hängt davon ab, ob Ihr Betrieb überhaupt bereit ist, Anfragen anzunehmen. Werbung für einen unfertigen Auftritt ist der teuerste Weg, dieselbe Erkenntnis zu gewinnen.
Ich gehe unten die drei realistischen Verwendungen durch, sage, was jede kostet und bringt, und schlage eine Aufteilung vor. Der Text baut auf der Reihenfolge auf, die im Beitrag darüber steht, womit ein kleiner Betrieb anfängt. Wenn Sie Ihr Budget zuerst berechnen wollen, hilft der Beitrag über das Marketingbudget. Hier geht es um die Verteilung, nicht um die Höhe.
Inhalt
- Zuerst prüfen: Können Sie Anfragen überhaupt annehmen
- Variante eins: Flyer und Druckmaterial
- Variante zwei: Google Ads
- Variante drei: Profil, Bewertungen und Inhalte
- Wie Sie fünfhundert Euro sinnvoll aufteilen
- Der häufigste Fehler: das Budget zerstreuen
- Wo es erfahrungsgemäß hakt
- Was Sie heute tun können
- Häufige Fragen
Zuerst prüfen: Können Sie Anfragen überhaupt annehmen
Beantworten Sie drei Fragen, bevor Sie den ersten Euro ausgeben. Haben Sie ein bestätigtes und vollständiges Unternehmensprofil, sagt Ihre Website klar, was Sie tun und wo, und beantworten Sie Anrufe und Nachrichten innerhalb eines Werktags. Fällt eine Antwort negativ aus, wissen Sie bereits, wohin die fünfhundert Euro gehören, nämlich in genau diese Lücke. Werbung verstärkt, was da ist, und wenn nichts da ist, verstärkt sie nichts.
Das Unternehmensprofil kostet nichts außer Zeit und ist deshalb formal keine Ausgabe, aber die beste Investition in dieser Phase. Ein paar Stunden Sorgfalt dort bringen in der Regel mehr Anfragen als die ersten paar hundert Euro Werbung. Dasselbe gilt für Bewertungen, die Ihre Sichtbarkeit in den lokalen Ergebnissen zusätzlich anheben. Erst wenn beides steht, wird bezahlte Werbung günstig.
Variante eins: Flyer und Druckmaterial
Flyer haben in Deutschland weiterhin ihren Platz, vor allem bei Leistungen rund ums Haus in einem konkreten Stadtteil, wo die Verteilung genau in die Nachbarschaft Ihrer Referenzen fällt. Tausend Flyer kosten wenige Dutzend Euro, die Verteilung durch einen Dienstleister kommt hinzu, sodass fünfhundert Euro für mehrere tausend Haushalte reichen. Die Rücklaufquote ist niedrig, aber bei hochwertigen Aufträgen genügt eine einzige Reaktion, damit sich die Aktion rechnet. Am besten wirken Flyer unmittelbar nach einer sichtbaren Arbeit in derselben Straße.
Zwei Nachteile sollten Sie kennen. Erstens endet die Wirkung mit dem Tag der Verteilung, es kumuliert sich nichts, und im nächsten Monat zahlen Sie erneut. Zweitens liefern Flyer keine Daten, Sie wissen also nie, was funktioniert hat, außer Sie fragen jeden Anrufer. Als alleinige Maßnahme sind sie deshalb selten die richtige Wahl.
Variante zwei: Google Ads
Google Ads ist der schnellste Kanal, denn erste Anfragen kommen oft innerhalb weniger Tage nach dem Start. Mit fünfhundert Euro im Monat lässt sich eine vernünftige lokale Kampagne für zwei bis drei Leistungen in einem Umkreis von einigen Dutzend Kilometern betreiben. Die Bedingung ist hart: Die Zielseite muss überzeugen, sonst werden aus fünfhundert Euro einige hundert Klicks und null Anrufe. Was das im Detail kostet und wie Sie den Preis pro Anfrage rechnen, steht im Beitrag über Google Ads Kosten.
Der große Vorteil dieses Kanals ist die Messbarkeit. Sie sehen, welche Suchbegriffe Anfragen bringen und welche nur Geld kosten, und können nachsteuern, statt zu raten. Diese Daten behalten Sie auch dann, wenn Sie die Kampagne später pausieren, denn sie sagen Ihnen, wonach Ihre Kunden tatsächlich suchen. Genau deshalb ist Google Ads oft die lehrreichste erste Ausgabe.
Variante drei: Profil, Bewertungen und Inhalte
Diese Variante kostet kein Geld, sondern Zeit, und wird deshalb unterschätzt, obwohl sie das beste Verhältnis von Wirkung zu Aufwand hat. Ein vollständiges Profil mit allen Leistungen, echten Fotos und regelmäßigen Bewertungen erscheint genau dann, wenn jemand sucht, und hört nicht auf zu wirken, sobald Sie nichts mehr zahlen. Wenn Sie Geld einsetzen wollen, dann für Dinge, die bleiben: Fotos Ihrer Arbeiten, Texte für Ihre Leistungsseiten, eine aufgeräumte Website. Diese Ausgaben senken gleichzeitig die Kosten aller anderen Kanäle.
Wie Sie fünfhundert Euro sinnvoll aufteilen
Steht das Fundament, funktioniert in der Praxis am besten eine Aufteilung, bei der der größere Teil in Google Ads geht und der kleinere in unterstützendes Material. Konkret sind das etwa dreihundertfünfzig Euro für eine eng gefasste lokale Kampagne und rund einhundertfünfzig Euro für Fotos, Texte oder eine fehlende Leistungsseite. Ist Ihr Gewerk stark visuell, verschieben Sie einen Teil in Richtung Facebook und Instagram. Ist das Fundament dagegen nicht fertig, gehören alle fünfhundert Euro dorthin.
Wichtiger als die exakte Aufteilung ist die Laufzeit. Fünfhundert Euro in einem Monat auszugeben bringt weniger als zweihundert Euro über drei Monate, weil Kanäle Zeit brauchen und Daten sammeln müssen. Planen Sie deshalb von vornherein ein Quartal und beurteilen Sie erst danach. Die Ausnahme sind einmalige Ausgaben wie Fotos und Texte, die ohnehin jahrelang wirken.
Der häufigste Fehler: das Budget zerstreuen
Das typische Muster: Fünfhundert Euro werden auf Flyer, einen Verzeichniseintrag, einen beworbenen Beitrag und eine kleine Kampagne verteilt, und nach einem Monat zeigt nichts davon eine Wirkung. Bei einem so kleinen Budget bekommt jeder Kanal zu wenig, um überhaupt aus dem Rauschen zu kommen. Ein Kanal, ordentlich gemacht, schlägt vier Kanäle, halbherzig gemacht. Diese Entscheidung ist wichtiger als die Frage, welcher Kanal es wird.
Der zweite Fehler ist die falsche Erfolgsmessung, also der Blick auf Aufrufe und Klicks statt auf Anfragen und Aufträge. Eine Kampagne mit billigen Klicks und ohne Anruf ist teurer als eine mit teuren Klicks und fünf Aufträgen. Notieren Sie deshalb ab dem ersten Tag bei jeder Anfrage, woher sie kam. Nach einem Quartal haben Sie eigene Daten statt fremder Durchschnittswerte.
Wo es erfahrungsgemäß hakt
Die erste Schwierigkeit ist die ehrliche Einschätzung, ob das Fundament wirklich steht, denn den eigenen Auftritt beurteilt man milder als ein Fremder. Die zweite ist die Einstellung der Kampagne, damit sie keine zufälligen Klicks außerhalb Ihres Einzugsgebiets einsammelt. Die dritte ist Geduld in den ersten Wochen, in denen die Zahlen noch nichts aussagen. Genau hier verlieren die meisten Betriebe ihr erstes Werbegeld.
Wenn Sie sichergehen wollen, wofür sich das Geld in Ihrer Lage lohnt, sehen wir uns Profil, Website und den Wettbewerb in Ihrer Stadt kostenlos an. Danach sagen wir Ihnen, welcher Kanal am meisten bringt und was Sie besser lassen. Sehr oft beginnt die Antwort mit null Euro und einer Woche Aufräumen.
Was Sie heute tun können
Prüfen Sie drei Dinge: ob das Unternehmensprofil vollständig ist, ob die Website klar sagt, was Sie tun und wo, und ob Sie Anfragen innerhalb eines Werktags beantworten. Hakt einer der Punkte, haben Sie Ihre Antwort auf die Frage nach den ersten fünfhundert Euro. Diese Prüfung dauert zwanzig Minuten und erspart Ihnen im Zweifel eine ganze Kampagne.
Steht das Fundament, wählen Sie einen Kanal, planen Sie das Budget über drei Monate und notieren Sie ab sofort die Herkunft jeder Anfrage. Nach einem Quartal entscheiden Sie mit eigenen Zahlen, wohin das nächste Geld geht. Das ist der Unterschied zwischen Werbung als Ausgabe und Werbung als Investition.
Den bezahlten Teil davon, also Suchanzeigen samt Zielseite und Messung, machen wir als Google-Ads-Kampagnen für Dienstleister. Das Fundament, auf dem Werbung erst zu arbeiten beginnt, bauen wir als lokales SEO und WordPress SEO. Fehlen die Inhalte für die Leistungsseiten, schreiben wir sie als SEO-Texte. Bei fünfhundert Euro entscheidet die Reihenfolge darüber, ob am Ende ein paar Anfragen stehen oder gar keine.
Häufige Fragen
Ja, bei Leistungen rund ums Haus und bei gezielter Verteilung in einzelnen Stadtteilen, besonders in der Nachbarschaft abgeschlossener Arbeiten. Die Rücklaufquote ist niedrig und die Wirkung endet mit der Verteilung. Als Ergänzung sinnvoll, als einzige Maßnahme selten.
Für eine eng gefasste lokale Kampagne mit zwei bis drei Leistungen im Umkreis von einigen Dutzend Kilometern reichen sie. Für bundesweite Kampagnen nicht. Entscheidend ist, das Budget über mehrere Monate zu halten.
Das Unternehmensprofil vollständig ausfüllen und Bewertungen sammeln, denn beides kostet nur Zeit und wirkt dort, wo Kunden suchen. Erste Wirkung zeigt sich meist in wenigen Wochen. Dieses Fundament senkt später die Kosten jeder bezahlten Maßnahme.
Meist besser verteilt, weil Kanäle ihre Wirkung kumulieren und ein einmaliger Schub mit dem Geld endet. Ausgenommen sind einmalige Anschaffungen wie Fotos, Texte und Verbesserungen an der Website. Dort lohnt sich der größere Einzelbetrag.