Lokales SEO: So kommen Sie in Ihrer Stadt unter die ersten drei
Wer in Deutschland einen Handwerker oder Dienstleister sucht, gibt bei Google fast immer die Leistung zusammen mit dem Ort ein, also Maler Köln oder Umzugsfirma Dortmund. Diese eine Suchanfrage entscheidet darüber, wer den Auftrag bekommt, denn in der Praxis wählt der Kunde aus den drei Betrieben, die oben auf der Karte stehen. Der Wettbewerb um diese drei Plätze heißt lokales SEO und ist für einen kleinen Dienstleister die wirtschaftlichste Form von Marketing überhaupt. Sie brauchen dafür kein großes Budget, sondern Konsequenz und ein Verständnis dafür, was Google tatsächlich bewertet.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie in diese Dreiergruppe kommen und was Sie tun, wenn in Ihrer Stadt dreißig Wettbewerber um dieselben Kunden kämpfen. Ich setze voraus, dass Sie ein bestätigtes Google Unternehmensprofil haben, denn ohne Profil gibt es im lokalen Bereich nichts zu gewinnen. Alle Empfehlungen hier lassen sich ohne Agentur und ohne Werkzeuge umsetzen, sie kosten Sie hauptsächlich Zeit. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt, sie geht vom größten Effekt zum kleinsten.
Inhalt
Warum die ersten drei Plätze auf der Karte alles entscheiden
Bei einer lokalen Suchanfrage zeigt Google zuerst die Karte mit drei Betrieben und erst darunter die klassischen Suchergebnisse. Der weit überwiegende Teil der Klicks verteilt sich auf diese drei Einträge, weshalb Platz vier praktisch Unsichtbarkeit bedeutet, auch wenn Sie formal weit oben stehen. Dazu kommt, dass die meisten dieser Suchen auf dem Handy stattfinden, wo die Karte den halben Bildschirm einnimmt und alles Weitere gescrollt werden muss. Der Kampf geht deshalb nicht um die erste Seite, sondern um drei konkrete Positionen.
Der zweite Punkt ist die Absicht des Suchenden. Wer eine Leistung zusammen mit dem Ort eingibt, braucht in der Regel jetzt jemanden und nicht in einem Monat, deshalb werden aus diesen Klicks deutlich häufiger echte Anfragen als aus jedem anderen Besucherstrom. Ein Platz in dieser Dreiergruppe bringt oft mehr Anrufe als eine Werbekampagne für mehrere hundert Euro im Monat. Für einen kleinen Betrieb ist das die am besten investierte Arbeitszeit, die es im Marketing gibt.
Was die Reihenfolge auf der Karte bestimmt
Google sortiert lokale Ergebnisse nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, und jeden dieser drei Faktoren können Sie gezielt beeinflussen. Die Relevanz steigern Sie über die richtige Hauptkategorie und über eine Leistungsliste, die genau die Begriffe verwendet, die Ihre Kunden benutzen. Die Entfernung hängt von Ihrer Adresse oder Ihrem Einzugsgebiet ab und lässt sich nur begrenzt steuern, dafür können Sie sie über die anderen beiden Faktoren ausgleichen. Die Bekanntheit entsteht aus Bewertungen, aus Aktivität im Profil, aus einheitlichen Daten in Verzeichnissen und aus der Qualität der Website, auf die Ihr Profil verweist.
In der Praxis heißt das: Ein Betrieb vom anderen Ende der Stadt kann einen näher gelegenen Wettbewerber überholen, wenn sein Profil deutlich besser gepflegt ist und er frischere Bewertungen hat. Das ist eine gute Nachricht für alle, die keinen Laden in der Innenstadt haben, sondern zum Kunden fahren. Die schlechte Nachricht lautet, dass Nähe allein ohne Bewertungen und ohne ausgefülltes Profil nichts bringt. Deshalb beginnt die folgende Liste mit den Dingen, auf die Sie den größten Einfluss haben.
Sechs Dinge, die Ihre Position wirklich verbessern
Die folgende Liste ist nach dem Verhältnis von Wirkung zu Aufwand sortiert, wenn Sie also nur die ersten drei Punkte umsetzen, holen Sie den größten Teil des möglichen Ergebnisses. Alles davon können Sie selbst erledigen, ohne Budget und ohne besondere Software. Rechnen Sie mit einigen Abenden Arbeit und danach mit einer kleinen, aber festen Gewohnheit. Erste Bewegungen sehen Sie üblicherweise innerhalb weniger Wochen.
1. Die richtige Hauptkategorie
Die Hauptkategorie ist das stärkste einzelne Relevanzsignal, und ein Fehler an dieser Stelle blockiert alles Übrige. Schauen Sie nach, welche Kategorie die drei Betriebe führen, die für Ihre wichtigste Suchanfrage oben auf der Karte stehen, und wählen Sie dieselbe, sofern sie Ihre Tätigkeit wirklich beschreibt. Zusatzkategorien ergänzen Sie erst danach und nur für Leistungen, die Sie tatsächlich anbieten, denn zu viele davon verwischen das Profil. Diese eine Änderung ist häufig der Unterschied zwischen Unsichtbarkeit und einem Platz in den ersten zehn.
2. Vollständige Leistungsliste und eine konkrete Beschreibung
Der Leistungsbereich im Profil wirkt wie ein Inhaltsverzeichnis Ihres Betriebs und erlaubt Google, Sie auch engeren Suchanfragen zuzuordnen. Tragen Sie die Leistungen einzeln ein, und zwar so benannt, wie der Kunde sie nennt, nicht so, wie sie auf Ihrer Rechnung heißen. Die Beschreibung schreiben Sie sachlich, mit Einzugsgebiet und den wichtigsten Leistungen, ohne Werbefloskeln und ohne Superlative. Ergänzen Sie Ihren Firmennamen im Profil niemals um Ort oder Suchbegriffe, das verstößt gegen die Richtlinien und endet regelmäßig mit weniger Sichtbarkeit oder einer Sperre.
3. Regelmäßige Bewertungen
Bewertungen sind der einzige Punkt dieser Liste, den ein Wettbewerber nicht schnell mit Geld aufholen kann, und genau deshalb geben sie einen dauerhaften Vorsprung. Es zählen Anzahl, Aktualität und Inhalt, deshalb wirken zwei neue Bewertungen pro Monat stärker als vierzig aus dem Jahr 2021. Bitten Sie Ihre Kunden darum, die konkrete Leistung und den Ort zu erwähnen, denn dieser Text hilft Google, Ihr Profil mit passenden Suchanfragen zu verknüpfen. Der beste Zeitpunkt für die Bitte ist der Moment der Übergabe, wenn der Kunde das Ergebnis vor sich sieht.
4. Fotos, die Sie selbst machen
Profile mit regelmäßig ergänzten Fotos gelten bei Google als aktiv und wirken auf Kunden glaubwürdig. Es genügen einige Bilder pro Monat von echten Aufträgen, mit dem Handy aufgenommen, auf denen das Ergebnis Ihrer Arbeit zu sehen ist. Verzichten Sie auf Bilder aus Bilddatenbanken, denn der Kunde erkennt sie sofort und verliert genau in diesem Moment das Vertrauen. Die einfachste Gewohnheit dafür sind zwei Fotos am Ende jedes Auftrags, bevor Sie die Baustelle verlassen.
5. Einheitliche Daten in allen Verzeichnissen
Firmenname, Anschrift und Telefonnummer müssen überall identisch aussehen, also im Unternehmensprofil, auf der Website, in Branchenverzeichnissen und in Portalen wie Das Örtliche oder Gelbe Seiten. Auch kleine Abweichungen wie ein anderes Format der Telefonnummer oder eine alte Anschrift schwächen die Glaubwürdigkeit Ihres Profils. Es reicht, alle Einträge einmal durchzugehen und zu vereinheitlichen und danach bei jeder Änderung daran zu denken. Das ist Arbeit für einen Nachmittag mit einer Wirkung über Jahre.
6. Eine eigene Unterseite pro Leistung und Ort
Auf Ihrer Website sollte jede Hauptleistung eine eigene Unterseite haben, mit dem Ort im Titel und im Text, und Ihr Profil sollte auf diese Seite verlinken statt immer nur auf die Startseite. Wenn Sie mehrere Orte bedienen, können Sie dafür eigene Seiten anlegen, aber ausschließlich dann, wenn diese Seiten wirklich unterschiedliche Inhalte haben, etwa eigene Referenzen oder einen anderen Leistungsumfang. Neun Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, wertet Google als Dubletten und zeigt am Ende keine davon. Drei gute Unterseiten sind mehr wert als zehn leere.
Der häufigste Fehler: der Kampf um das breiteste Keyword
Viele Betriebe stecken ihre gesamte Energie in die eine, allgemeinste Suchanfrage, bei der der Wettbewerb am größten ist, und sehen ein Jahr lang kein Ergebnis. Deutlich wirksamer ist es, ein Dutzend engerer Suchanfragen zu gewinnen, die sich auf konkrete Leistungen, Stadtteile oder Probleme beziehen, denn hinter jeder davon steht ein Kunde kurz vor der Entscheidung. Die Summe dieser kleineren Anfragen ist meist größer als der Verkehr aus einem einzigen breiten Begriff, und sie ist in Monaten erreichbar statt in Jahren. Das ist die Grundtaktik eines kleinen Betriebs gegen einen großen Wettbewerber.
Der zweite verbreitete Fehler ist es, Ort und Suchbegriffe künstlich in den Firmennamen im Profil zu schreiben. Das wirkt kurz, wird aber vom Wettbewerb gemeldet und endet mit einem echten Sichtbarkeitsverlust oder einer Sperrung des Profils. Die Regel ist einfach: Der Name muss dem entsprechen, was am Betrieb steht, und über die Sichtbarkeit entscheiden Kategorien, Leistungen und Bewertungen. Abkürzungen sind an dieser Stelle die teuerste Variante.
Wo es in der Praxis hakt
Die erste Schwierigkeit ist die Wahl der Kategorie und der Leistungsbezeichnungen, denn eine wörtliche Übersetzung aus einer anderen Sprache trifft selten das, wonach Ihre Kunden tatsächlich suchen. Die zweite ist die Einschätzung, ob in Ihrer Stadt ein Platz in den ersten drei realistisch ist oder ob Sie besser die Nachbarorte angehen, wo der Wettbewerb dünner ist. Die dritte ist schlicht die Regelmäßigkeit, denn lokales SEO ist kein Projekt über einen Monat, sondern eine Gewohnheit über ein Jahr. Genau an diesen Stellen ist ein Blick von außen meist ein halbes Jahr an Versuchen wert.
Wir sehen uns kostenlos an, auf welchen Positionen Ihr Betrieb heute für die wichtigsten Suchanfragen in Ihrer Stadt steht und was die Betriebe über Ihnen anders machen. Sie bekommen das Ergebnis als Liste konkreter Unterschiede, nicht als allgemeine Empfehlung. Sehr oft genügen eine korrigierte Kategorie und ein System für Bewertungen, damit sich etwas bewegt.
Was Sie heute tun können
Geben Sie bei Google Ihre wichtigste Suchanfrage zusammen mit dem Ortsnamen ein und notieren Sie die drei Betriebe, die über Ihnen stehen. Prüfen Sie deren Hauptkategorie, die Anzahl der Bewertungen und ob ihre Leistungen ausgefüllt sind, denn daraus sehen Sie genau, wie weit Sie von den ersten drei Plätzen entfernt sind. Diese Übung dauert eine Viertelstunde und ersetzt jede allgemeine Empfehlung. Schreiben Sie die Zahlen auf, damit Sie den Fortschritt später vergleichen können.
Danach korrigieren Sie die Hauptkategorie, vervollständigen die Leistungsliste und legen fest, wer wann Kunden um eine Bewertung bittet. Diese drei Punkte bringen den größten Teil des Ergebnisses und kosten nichts außer Zeit. Den Rest, also Fotos, einheitliche Daten und die Unterseiten für Ihre Leistungen, verteilen Sie auf die nächsten Wochen. Wichtig ist nur, dass Sie nicht alles gleichzeitig anfangen und nach zwei Wochen aufhören.
Der Weg in die ersten drei Plätze ist genau das, was wir als lokales SEO für einzelne Städte und konkrete Leistungen umsetzen. Wenn die Website dabei die schwache Stelle ist, gehört WordPress SEO und die passende Betreuung der Website dazu. Wir betreuen kleine Dienstleister in Deutschland auf Deutsch und auf Polnisch, weil viele unserer Kunden genau zwischen diesen beiden Märkten arbeiten.
Häufige Fragen
Das ist möglich, setzt aber echte Präsenz voraus, also ein im Profil hinterlegtes Einzugsgebiet und Inhalte, die sich tatsächlich auf diese Orte beziehen. Unterseiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, funktionieren nicht, weil Google sie als Dubletten behandelt. Beginnen Sie mit einer Stadt und erweitern Sie erst, wenn die Sichtbarkeit dort gefestigt ist.
Bei schwachem Wettbewerb sind es oft einige Wochen ab dem Zeitpunkt, an dem das Profil vollständig ist und ein Dutzend Bewertungen vorliegt, bei starkem Wettbewerb mehrere Monate. Der größte Sprung passiert meist am Anfang, wenn aus einem unvollständigen Profil ein vollständiges wird. Die weiteren Positionen holen Sie über Regelmäßigkeit und Bewertungen.
Ja, denn im Unternehmensprofil lässt sich die Adresse ausblenden und stattdessen ein Servicegebiet angeben. Ein Betrieb ohne Ladenlokal kann in mehreren Orten sichtbar sein, solange das Gebiet realistisch ist. Ein Servicegebiet über ganz Deutschland schwächt die Sichtbarkeit dagegen überall.
Ja, weil ein aktives Profil besser bewertet wird und die Beiträge Kunden angezeigt werden, die Ihr Profil ohnehin ansehen. Ein kurzer Beitrag alle zwei Wochen genügt, etwa zu einem abgeschlossenen Auftrag oder zu freien Terminen. Das ist nicht der stärkste Faktor, kostet aber wenige Minuten.