Google Unternehmensprofil einrichten und pflegen: Schritt für Schritt
Wenn Sie einen Dienstleistungsbetrieb führen und Kunden aus Ihrer Region gewinnen wollen, ist das Google Unternehmensprofil das wichtigste kostenlose Werkzeug, das Ihnen zur Verfügung steht. Es entscheidet darüber, ob Sie auf der Karte und in den lokalen Ergebnissen erscheinen, wenn jemand in Ihrer Stadt nach Ihrer Leistung sucht. Für viele kleine Betriebe kommen darüber mehr Anrufe herein als über die Website, und das ohne einen Cent für Werbung. Trotzdem ist die Mehrheit der Profile halb ausgefüllt und seit Monaten unberührt.
In diesem Beitrag gehe ich Schritt für Schritt durch Einrichtung, Bestätigung und Pflege, und zwar so, dass am Ende Anfragen dabei herauskommen. Sie brauchen dafür nur ein Google-Konto und die Daten Ihres Betriebs. Rechnen Sie mit einem Abend für die Einrichtung und danach mit zwanzig Minuten im Monat. Wer wissen will, wie das Profil in die Gesamtreihenfolge passt, findet sie im Beitrag darüber, womit ein kleiner Betrieb anfängt.
Inhalt
Warum dieses Profil für Dienstleister das Wichtigste ist
Das Unternehmensprofil ist der Kasten mit Name, Bewertung, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Fotos, den Sie rechts neben den Suchergebnissen oder in Google Maps sehen. Es erscheint genau in dem Moment, in dem jemand eine Kaufentscheidung trifft, und gibt dieser Person Ihre Nummer mit einem einzigen Klick. Für Dienstleistungen mit lokalem Einzugsgebiet ist das der kürzeste Weg vom Bedarf zum Anruf, den es überhaupt gibt. Deshalb gehört es fertig, bevor Sie über bezahlte Werbung nachdenken.
Kein Profil zu haben bedeutet, bei lokalen Suchen praktisch unsichtbar zu sein, während der Kunde beim Wettbewerber landet, der eines hat. Ein unvollständiges Profil ist dabei manchmal schlimmer als gar keines, weil ein Interessent es sieht, keine Antwort auf seine Frage findet und weiterzieht. Google bewertet vollständige, gepflegte Profile zudem besser, weshalb ein vernachlässigtes Profil mit der Zeit nach hinten rutscht. Jede Woche ohne vollständiges Profil sind Anfragen, die jemand anderes bekommt.
Sieben Schritte zum vollständigen Profil
Den gesamten Vorgang können Sie selbst erledigen, überspringen Sie dabei aber keinen Schritt, denn genau die Vollständigkeit macht die Wirkung aus. Die Reihenfolge unten ist die, in der die einzelnen Punkte am wenigsten Arbeit verursachen. Halten Sie Ihre Firmendaten, ein paar Fotos und eine erreichbare Telefonnummer bereit. Danach ist der Rest Routine.
Schritt 1: Profil anlegen oder ein vorhandenes übernehmen
Melden Sie sich bei Google mit einem betrieblichen Konto an, nicht mit einem privaten, und geben Sie den Namen Ihres Betriebs ein. Prüfen Sie, ob Google Ihren Betrieb bereits aus anderen Quellen kennt, denn oft existiert ein automatisch erzeugtes Profil, das Sie nie angelegt haben. Finden Sie eines, übernehmen Sie es, statt ein zweites zu erstellen, weil zwei Profile Bewertungen und Signale untereinander aufteilen. Der Name muss dabei exakt so lauten wie auf Rechnung und Schild, ohne Ort und ohne Suchbegriffe.
Schritt 2: Bestätigung durchlaufen
Bevor das Profil vollständig sichtbar wird, muss Google prüfen, dass der Betrieb Ihnen gehört. Meistens läuft das über einen Code per Post an die Betriebsadresse, manchmal telefonisch, per E-Mail oder über ein kurzes Video. Dieser Schritt braucht Geduld, denn der Brief ist gelegentlich zwei Wochen unterwegs, und ohne Bestätigung bleibt das Profil eingeschränkt. Achten Sie darauf, dass die angegebene Adresse aktuell ist, sonst kommt der Code nicht an.
Schritt 3: Die richtige Kategorie wählen
Die Hauptkategorie ist der wichtigste Einzelwert im ganzen Profil, weil Google daran erkennt, bei welchen Suchanfragen Sie erscheinen sollen. Wählen Sie die Kategorie, die Ihre Hauptleistung am genauesten beschreibt, und ergänzen Sie erst danach Zusatzkategorien für weitere Tätigkeiten. Eine gute Orientierung liefern die drei Betriebe, die für Ihre wichtigste Suchanfrage oben auf der Karte stehen. Zu viele Zusatzkategorien verwischen dagegen das Profil und schaden mehr, als sie nützen.
Schritt 4: Alle Daten vollständig eintragen
Füllen Sie jedes Feld aus, das Google anbietet, denn jede Angabe erhöht Glaubwürdigkeit und Trefferwahrscheinlichkeit. Achten Sie besonders auf einheitliche Kontaktdaten, also denselben Namen, dieselbe Anschrift und dieselbe Telefonnummer überall im Netz, auch auf Ihrer Website. Schreiben Sie in die Beschreibung konkret, was Sie tun, für wen und wo, in natürlicher Sprache statt in einer Aneinanderreihung von Suchbegriffen. Tragen Sie zusätzlich Ihre Leistungen einzeln ein, weil Google Sie darüber auch engeren Suchanfragen zuordnet.
Schritt 5: Fotos und Referenzen hinzufügen
Fotos ziehen den Blick auf sich und entscheiden mit darüber, ob ein Profil lebendig oder verlassen wirkt. Laden Sie Logo, ein Bild des Betriebs oder des Teams und vor allem Ergebnisse Ihrer Arbeit hoch, gern als Vorher-Nachher. Sie müssen kein Fotograf sein, ein ordentliches Telefon und Tageslicht genügen völlig, wichtiger als Perfektion ist Echtheit. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, am Ende jedes Auftrags zwei Bilder zu machen, dann füllt sich das Profil von selbst.
Schritt 6: Bewertungen sammeln und beantworten
Bewertungen sind für viele Kunden der entscheidende Grund, genau Ihren Betrieb anzurufen, und sie wirken zugleich auf Ihre Position auf der Karte. Ein Profil mit echten, aktuellen Bewertungen steht vor einem Profil ohne, selbst wenn der andere Betrieb länger existiert. Bitten Sie zufriedene Kunden systematisch darum, am besten direkt nach Abschluss der Arbeit. Wie das ohne Aufdringlichkeit gelingt und wie Sie richtig antworten, steht in den Beiträgen über Bewertungen bekommen und auf Bewertungen antworten.
Schritt 7: Beiträge veröffentlichen und aktuell halten
Das Profil ist keine einmalige Einstellung, sondern ein Werkzeug, das Aktivität braucht. Veröffentlichen Sie Beiträge zu abgeschlossenen Aufträgen, freien Terminen oder saisonalen Leistungen, denn aktive Profile werden besser bewertet. Aktualisieren Sie Öffnungszeiten vor Feiertagen und Urlaub, weil falsche Zeiten zu genau der Sorte Bewertung führen, die niemand braucht. Ein kurzer Beitrag alle zwei Wochen reicht völlig, entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Betrieb ohne Ladenlokal: das Servicegebiet
Wenn Sie zum Kunden fahren und kein für Publikum geöffnetes Ladenlokal haben, gibt es dafür die Einstellung Servicegebiet. Statt der genauen Adresse hinterlegen Sie die Orte oder Regionen, in denen Sie tatsächlich arbeiten, und die Adresse bleibt für Besucher unsichtbar. Wählen Sie dabei realistisch: Ein über ganz Deutschland gespanntes Gebiet schwächt Ihre Sichtbarkeit überall, statt sie zu erweitern. Besser stark sichtbar in drei Orten als verwaschen in dreißig.
Die häufigsten Fehler, die ein Profil ruinieren
Der häufigste Fehler ist, Ort oder Suchbegriffe in den Firmennamen zu schreiben. Google wertet das als Regelverstoß und reagiert mit Sichtbarkeitsverlust oder Sperrung, gemeldet wird es meist vom Wettbewerb. Der zweite ist eine uneinheitliche Datenlage, wenn Anschrift oder Telefonnummer im Profil anders lauten als auf der Website. Der dritte ist das Aufgeben nach der Einrichtung, also ein Profil, das seit zwei Jahren dieselben drei Fotos zeigt.
Ein eigener Fall sind falsche Öffnungszeiten und nicht erreichbare Telefonnummern, weil sie den Kunden genau im Moment der Entscheidung enttäuschen. Wer während der Arbeit nicht ans Telefon geht, sollte eine Ansage einrichten und eine feste Rückrufzeit nennen. All diese Fehler sind leicht zu vermeiden, wenn man das Profil einmal bewusst durchgeht. Erkennen Sie einen davon bei sich, ist er der erste Punkt auf Ihrer Liste.
Wo es erfahrungsgemäß hakt
Anlegen und Ausfüllen schaffen Sie ohne Hilfe, und ich empfehle ausdrücklich, heute damit anzufangen. Schwieriger wird die Wahl der Kategorien, die Formulierung von Beschreibung und Beiträgen und vor allem die dauerhafte Regelmäßigkeit, weil sie im Alltag gegen die eigentliche Arbeit verliert. Genau dort verlieren die meisten Betriebe die Wirkung wieder, die sie sich mit der Einrichtung erarbeitet haben. Es hilft, eine feste Zeit im Monat dafür einzuplanen, etwa den ersten Montag.
Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihr Profil optimal eingestellt ist, sehen wir es uns kostenlos an und sagen Ihnen, was konkret zu ändern ist. Sie bekommen eine Liste von Punkten, geordnet nach Wirkung. Häufig sind es die Kategorie und die fehlenden Leistungen, die den Unterschied machen.
Was Sie heute tun können
Öffnen Sie Ihr Profil und prüfen Sie drei Dinge: Hauptkategorie, Leistungsliste und Datum des letzten Fotos. Sind die Leistungen leer oder das letzte Foto älter als ein halbes Jahr, haben Sie Ihre nächsten beiden Aufgaben bereits gefunden. Vergleichen Sie danach Ihre Kategorie mit der der drei Betriebe, die über Ihnen auf der Karte stehen. Diese Viertelstunde ersetzt jede allgemeine Empfehlung.
Legen Sie anschließend fest, wer in Ihrem Betrieb Kunden um Bewertungen bittet und wann das passiert, denn ohne feste Regel passiert es nicht. Nehmen Sie sich vor, zwei Fotos pro Woche hochzuladen, gemacht am Ende eines Auftrags. Mehr braucht ein Profil im Alltag nicht.
Profile dauerhaft zu führen statt einmal auszufüllen ist Teil des lokalen SEO, das wir für kleine Betriebe übernehmen. Damit Profil und Website zusammenarbeiten, kümmern wir uns ebenso um WordPress SEO und um Texte für den deutschen Markt. Ergebnisse solcher Arbeit zeigen wir in unseren Referenzen.
Häufige Fragen
Anlegen und Pflegen sind vollständig kostenlos, Sie zahlen nur mit Ihrer Zeit. Für das Erscheinen in den lokalen Ergebnissen oder auf der Karte fällt keine Gebühr an. Kosten entstehen erst bei bezahlten Anzeigen.
Meist läuft sie über einen Code per Post, der wenige Tage bis zwei Wochen unterwegs ist. Manchmal bietet Google eine schnellere Bestätigung per Telefon, E-Mail oder Video an. Bis dahin bleibt das Profil eingeschränkt sichtbar.
Nein, der Name muss exakt dem entsprechen, was am Betrieb steht. Zusätze wertet Google als Regelverstoß und reagiert mit weniger Sichtbarkeit oder Sperrung. Für Sichtbarkeit sorgen Kategorie, Beschreibung und Leistungen.
Das Profil sorgt dafür, dass man Sie findet, die Website dafür, dass man sich für Sie entscheidet. Bei einfachen lokalen Leistungen kann ein gepflegtes Profil anfangs genügen, bei stärkerem Wettbewerb steigert die Website Zahl und Qualität der Anfragen deutlich.