Google Bewertungen bekommen, ohne aufdringlich zu wirken
Sie arbeiten sauber, Ihre Kunden sind zufrieden und empfehlen Sie weiter, aber Ihr Unternehmensprofil zeigt entweder gar keine oder zwei Bewertungen aus dem vorletzten Jahr. Der Wettbewerber um die Ecke hat vierzig, darunter mehrere mittelmäßige, und bekommt trotzdem die Anfragen. Das wirkt ungerecht und ist doch leicht erklärbar: Wer Sie nicht kennt, hat nichts, worauf er sein Vertrauen stützen kann. Bewertungen sind die einzige Währung, die diese Lücke füllt.
Hier zeige ich, wie Sie die ersten Bewertungen bekommen, wie viele Sie tatsächlich brauchen und wie Sie fragen, damit die Kunden es auch wirklich tun. Alles davon lässt sich an einem Tag einrichten und kostet danach zwei Minuten pro Auftrag. Bewertungen sind Teil des Fundaments, das im Beitrag darüber steht, womit ein kleiner Betrieb anfängt. Wie Sie auf die Bewertungen antworten, steht im Beitrag über Antworten auf Bewertungen.
Inhalt
Warum Bewertungen bei Dienstleistern so schwer wiegen
Wer eine Leistung braucht, entscheidet vorsichtig und sucht vor dem ersten Anruf nach Bestätigung, dass der Anbieter verlässlich ist. Genau diese Rolle erfüllen Bewertungen, weil sie zeigen, dass andere Menschen aus derselben Gegend das Risiko bereits eingegangen sind und zufrieden waren. Kein Werbetext leistet das, weil er von Ihnen selbst stammt und deshalb nichts beweist. Deshalb entscheidet die Bewertungsspalte häufiger über den Auftrag als der Preis.
Dazu kommt eine technische Rolle, über die selten gesprochen wird. Google verwendet Anzahl, Aktualität und Inhalt von Bewertungen als Signal bei der Reihenfolge in den lokalen Ergebnissen, weshalb ein aktives Profil weiter oben steht. Zwei neue Bewertungen pro Monat wirken deshalb stärker als vierzig aus dem Jahr 2021. Sie arbeiten also gleichzeitig an Vertrauen und an Sichtbarkeit.
Was null oder drei Bewertungen kosten
Der erste Verlust ist sofort sichtbar und schlägt sich in der Zahl der Anrufe nieder. Wer drei Betriebe auf der Karte vergleicht, sortiert den ohne Bewertungen aus, bevor er dessen Website überhaupt öffnet. Es geht dabei nicht einmal um schlechte Erfahrungen, sondern schlicht um fehlende Anhaltspunkte. Sie verlieren damit Anfragen, von denen Sie nie erfahren.
Der zweite Verlust wirkt langsamer und ist gravierender. Bewertungen sind einer der wenigen Vorteile, die ein Wettbewerber nicht mit Geld nachkaufen kann, weil sie Zeit und echte Kunden brauchen. Wer seit zwei Jahren konsequent fragt, hat einen Vorsprung, den man in einem Monat nicht einholt. Je später Sie anfangen, desto größer wird dieser Abstand.
Fünf Schritte zu den ersten Bewertungen
Der ganze Trick besteht darin, systematisch zu fragen statt gelegentlich, und zwar in dem Moment, in dem die Zufriedenheit am größten ist. Die folgenden fünf Schritte richten Sie an einem Tag ein und sehen erste Ergebnisse innerhalb weniger Wochen. Keiner davon kostet Geld, alle kosten etwas Konsequenz. Wichtig ist, dass die Bitte zur Routine wird und nicht von Ihrer Tagesform abhängt.
Schritt 1: Den fertigen Bewertungslink bereitlegen
In der Verwaltung Ihres Unternehmensprofils finden Sie einen fertigen Link, der den Kunden direkt zum Bewertungsfenster führt, ohne dass er suchen muss. Kürzen Sie ihn, speichern Sie ihn in den Notizen Ihres Telefons und legen Sie ihn zusätzlich als QR-Code an, den Sie auf die Rechnung drucken können. Jeder zusätzliche Schritt zwischen Bitte und Bewertung kostet Sie die Hälfte der Rückmeldungen. Der Link muss in dem Moment griffbereit sein, in dem Sie fragen.
Schritt 2: Direkt nach Abschluss der Arbeit fragen
Der beste Zeitpunkt ist der Augenblick, in dem der Kunde das fertige Ergebnis sieht und sagt, dass er zufrieden ist. Ein Satz genügt: dass Ihnen eine kurze Bewertung bei Google sehr helfen würde, und dann schicken Sie den Link direkt per Nachricht, solange Sie noch vor Ort sind. Wer erst zwei Wochen später fragt, bekommt einen Bruchteil der Rückmeldungen, weil die Zufriedenheit verblasst. Machen Sie es zur festen Gewohnheit am Ende jedes Auftrags.
Schritt 3: Die Bitte kurz halten
Zwei Sätze reichen: ein Dank und der Link, ohne Rechtfertigung und ohne umständliche Höflichkeitsformeln. Bitten Sie darum, etwas Konkretes zu erwähnen, etwa den Termin, die Sauberkeit nach der Arbeit oder die Nachvollziehbarkeit des Angebots, denn solche Bewertungen wirken glaubwürdiger und helfen Google bei der Zuordnung. Schreiben Sie die Bitte einmal auf und speichern Sie sie als Textbaustein. Danach dauert das Verschicken zwanzig Sekunden.
Schritt 4: Mit den Kunden anfangen, die Sie am besten kennen
Die ersten fünf Bewertungen sind die schwersten, beginnen Sie deshalb bei den Menschen, mit denen Sie den besten Kontakt haben und die Sie mehrfach beauftragt haben. Schreiben Sie einzeln, erinnern Sie an den konkreten Auftrag und erklären Sie kurz, warum es Ihnen hilft. Aus dieser Runde kommen erfahrungsgemäß die Hälfte der Antworten. Danach läuft es leichter, weil das Profil nicht mehr leer aussieht.
Schritt 5: Auf jede Bewertung antworten
Ihre Antwort lesen alle künftigen Interessenten, und sie zeigt, dass der Betrieb aktiv ist und Kunden ernst nimmt. Zwei Sätze genügen, ein Dank und ein Bezug zur konkreten Arbeit, ohne unter jede Bewertung dieselbe Formel zu kopieren. Das gilt für gute wie für schlechte Bewertungen, wobei die schlechten die wichtigeren sind. Wie Sie dabei formulieren, steht im Beitrag über Antworten auf Bewertungen.
Wie viele Bewertungen Sie brauchen
Die Schwelle, ab der ein Betrieb nicht mehr neu wirkt, liegt meist bei zehn Bewertungen, ein deutlicher Vorsprung beginnt ab etwa fünfundzwanzig. Wichtiger als die Zahl ist die Aktualität, denn vierzig Bewertungen aus dem Jahr 2021 wirken schwächer als fünfzehn aus den letzten zwölf Monaten. Rechnen Sie mit zwei neuen pro Monat, dann sind Sie in einem Jahr weiter als die meisten Wettbewerber. Das ist ein realistisches Ziel, das keinen Zusatzaufwand erzeugt.
Eine perfekte Durchschnittsnote ist übrigens kein Ziel, denn ein Profil ausschließlich mit Bestnoten wirkt auf viele Leser unglaubwürdig. Ein paar Vier-Sterne-Bewertungen mit sachlichem Text machen das Gesamtbild glaubwürdiger und zeigen, dass die Bewertungen echt sind. Entscheidend ist, dass keine Kritik unbeantwortet bleibt. Ein souveräner Umgang mit einer mittelmäßigen Bewertung überzeugt mehr als deren Fehlen.
Der häufigste Fehler: einmal im halben Jahr fragen
Das übliche Muster ist ein Anlauf mit viel Energie, drei gewonnene Bewertungen und danach ein halbes Jahr Stille. Bewertungen funktionieren wie regelmäßiges Sparen, es zählt die Beständigkeit und nicht der einzelne Schub. Legen Sie deshalb fest, wer im Betrieb fragt und wann, sonst geschieht es im Alltag nicht. Eine Notiz auf dem Lieferschein oder ein QR-Code auf der Rechnung erledigen einen Großteil davon automatisch.
Der zweite Fehler sind Bewertungen von Personen, die nie Kunden waren, also Familie und Bekannte. Sie verstoßen gegen die Richtlinien, können gelöscht werden und im Extremfall das Profil kosten, und Leser erkennen sie, weil ihnen jedes Detail fehlt. Fünf echte Bewertungen mit konkretem Inhalt wirken stärker als zwanzig allgemeine. Nehmen Sie diese Abkürzung nicht.
Was Sie heute tun können
Öffnen Sie die Verwaltung Ihres Profils, kopieren Sie den Bewertungslink und speichern Sie ihn im Telefon, damit er bei jedem Auftrag griffbereit ist. Schreiben Sie die zwei Sätze Ihrer Bitte und legen Sie sie als Textbaustein ab. Danach ist das Fragen keine Entscheidung mehr, sondern Routine.
Notieren Sie anschließend fünf Kunden aus dem letzten halben Jahr, die besonders zufrieden waren, und schreiben Sie ihnen in dieser Woche. Alle weiteren Kunden fragen Sie ab sofort am Tag des Abschlusses, ausnahmslos. Nach drei Monaten sieht Ihr Profil anders aus, und das ohne einen Euro Werbebudget.
Wie sich Bewertungen auf die Zahl der Anrufe auswirken, zeigen unsere Referenzen. Damit Profil und Website zusammen arbeiten, kümmern wir uns um lokales SEO und WordPress SEO. Eine Abkürzung gibt es hier nicht, nur Beständigkeit.
Häufige Fragen
Nein, Bewertungen von Personen, die keine Kunden waren, verstoßen gegen die Richtlinien und können gelöscht werden oder das Profil gefährden. Leser erkennen sie am fehlenden konkreten Bezug. Fünf echte Bewertungen wirken stärker als zwanzig erfundene.
Antworten Sie zuerst ruhig und sachlich mit Ihrer Sicht, denn diese Antwort lesen alle weiteren Interessenten. Verstößt die Bewertung gegen die Richtlinien, melden Sie sie zusätzlich. Eine Löschung ist nicht garantiert, eine gute Antwort wirkt in jedem Fall.
Ab etwa zehn wirkt ein Betrieb nicht mehr neu, ab etwa fünfundzwanzig entsteht ein deutlicher Vorsprung. Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Aktualität. Zwei neue Bewertungen pro Monat sind ein realistisches Ziel.
Erste Wirkung zeigt sich meist nach einigen Wochen, wenn das Profil nicht mehr leer aussieht. Eine deutliche Veränderung tritt ab mehr als einem Dutzend Bewertungen ein. Danach wirkt vor allem die Regelmäßigkeit.