Gastronomie Marketing: mehr Gäste ohne großes Budget
In der Gastronomie entscheidet sich alles in einem Radius von wenigen Kilometern und innerhalb weniger Minuten, denn wer Hunger hat, plant nicht, sondern sieht im Telefon nach, was in der Nähe offen ist. Deshalb wirken hier ganz andere Maßnahmen als in Branchen mit langer Entscheidungszeit, und teure Werbung ist selten die erste davon. Was zählt, sind ein gepflegtes Profil, aktuelle Bilder, Bewertungen und Erreichbarkeit. Das meiste davon kostet kein Geld, sondern eine halbe Stunde in der Woche.
Unten steht, was einen Gastraum tatsächlich füllt und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Die allgemeine Reihenfolge steht im Beitrag darüber, womit ein kleiner Betrieb anfängt. In der Gastronomie gilt sie mit einer Abweichung: Das Profil ist hier wichtiger als die Website. Alles Weitere baut darauf auf.
Inhalt
Das Google Unternehmensprofil ist wichtiger als die Website
In der Gastronomie übernimmt das Profil die Rolle, die in anderen Branchen die Website hat, denn dort prüft der Gast Öffnungszeiten, Bilder, Speisekarte, Preise und Bewertungen und entscheidet danach. Ein vollständiges Profil mit aktuellen Fotos und hinterlegter Karte bringt regelmäßig mehr Besuche als jede Anzeige. Falsche Öffnungszeiten sind dagegen der teuerste Fehler überhaupt, weil ein Gast vor verschlossener Tür steht und das prompt in einer Bewertung landet. Prüfen Sie die Zeiten vor jedem Feiertag.
Ergänzen Sie außerdem die Attribute, also Reservierung, Lieferung, Außenplätze, vegetarische und vegane Gerichte, Barrierefreiheit und Kartenzahlung, denn danach wird gefiltert. Hinterlegen Sie die Speisekarte mit Preisen und aktualisieren Sie sie, wenn sich etwas ändert. Wie Sie das Profil vollständig aufsetzen, steht im Beitrag über das Unternehmensprofil. Eine halbe Stunde Arbeit verändert hier mehr als ein Monat Werbung.
Bewertungen entscheiden zwischen zwei ähnlichen Lokalen
Wer zwischen zwei vergleichbaren Lokalen wählt, sieht auf die Note und auf die Anzahl und nimmt bei ähnlicher Note das Lokal mit mehr Bewertungen. Die Bitte um eine Bewertung gehört deshalb zum Ablauf, etwa als QR-Code auf der Rechnung oder als kurzer Satz beim Bezahlen. Fünfzig Bewertungen sind in der Gastronomie keine große Zahl, weshalb Sie regelmäßig danach fragen sollten. Wie das systematisch geht, steht im Beitrag über Bewertungen.
Genauso wichtig ist das Antworten, gerade bei Kritik, weil in der Gastronomie Emotionen im Spiel sind und die öffentliche Reaktion des Wirts das Bild prägt. Eine ruhige Antwort auf eine Beschwerde über Wartezeit oder ein Gericht wirkt auf die nächsten Leser stärker als zehn Lobeshymnen. Widersprechen Sie dem Empfinden des Gastes nicht, danken Sie für den Hinweis und laden Sie zum Gespräch ein. Wie Sie formulieren, steht im Beitrag über Antworten auf Bewertungen.
Soziale Netzwerke funktionieren hier wirklich
Gastronomie ist eine der wenigen Branchen, in denen Instagram und Facebook echte Gäste bringen, weil Essen visuell ist und Entscheidungen spontan fallen. Es genügen regelmäßige Bilder der Gerichte, kurze Hinweise auf Tagesangebote und ein Blick hinter die Kulissen, etwa in die Küche oder auf das Team. Wichtiger als Perfektion ist Beständigkeit, also lieber zweimal pro Woche ein ehrliches Foto als einmal im Quartal eine aufwendige Produktion. Was das an bezahlter Reichweite kostet, steht im Beitrag über Facebook Werbung.
Ein wirksamer Mechanismus ist, Gäste zum Markieren des Lokals zu ermutigen, denn eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis wirkt stärker als jede Anzeige. Bezahlte Beiträge lohnen sich vor allem für konkrete Anlässe: ein Mittagsangebot, ein Wochenendmenü, eine Veranstaltung. Halten Sie den Radius eng, meist genügen fünf bis zehn Kilometer. Größere Reichweite ist in der Gastronomie fast immer verschwendetes Geld.
Was die Tische außerhalb des Wochenendes füllt
Das eigentliche Problem der meisten Lokale ist nicht der Samstagabend, sondern der Dienstagnachmittag, und genau dort sollten die Maßnahmen ansetzen. Bewährt haben sich ein Mittagsangebot zum festen Preis für Betriebe in der Umgebung, feste Wochentage mit einem eigenen Thema, Angebote für kleine Feiern sowie eine gute Sichtbarkeit für Suchanfragen nach Lieferung oder Abholung. Jede dieser Maßnahmen zielt auf einen bestimmten leeren Zeitraum. Nehmen Sie sich einen nach dem anderen vor.
Ein oft unterschätzter Kanal sind die Betriebe in der Nachbarschaft, die Sie direkt mit einem Mittags- oder Catering-Angebot ansprechen können. Das sind wiederkehrende Gäste, wenig preisempfindlich, und sie füllen genau die Stunden, die sonst leer bleiben. Ein einseitiges Angebot per E-Mail an zwanzig Firmen im Umkreis kostet einen Vormittag. Erfahrungsgemäß antwortet davon ein kleiner Teil, und das genügt.
Was Sie heute tun können
Sehen Sie sich Ihr Profil auf dem Telefon so an, wie es ein Gast tut: Öffnungszeiten, Bilder, Speisekarte, Preise. Korrigieren Sie, was veraltet ist, und laden Sie zehn frische Fotos Ihrer Gerichte hoch, aufgenommen bei Tageslicht. Das ist eine halbe Stunde und die wirksamste Maßnahme dieser Liste.
Führen Sie danach eine feste Art ein, um Bewertungen zu bitten, etwa den QR-Code auf der Rechnung, und beantworten Sie alle Bewertungen des letzten Jahres. Beginnen Sie als drittes damit, zweimal pro Woche etwas zu veröffentlichen, am besten Tagesgerichte. Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Die Sichtbarkeit Ihres Lokals in der Karte und in den lokalen Ergebnissen bauen wir als lokales SEO auf, die Texte für Website und Karte entstehen als SEO-Texte. Braucht die Website eine Grundlage, übernehmen wir sie als WordPress SEO. Das meiste verändert in der Gastronomie aber die Ordnung im Profil, und die schaffen Sie selbst.
Häufige Fragen
Eine einfache Seite mit Karte, Öffnungszeiten, Anfahrt und Reservierung genügt, den größten Teil der Besuche entscheidet das Unternehmensprofil. Umfangreicher lohnt sie bei Catering, Veranstaltungen oder mehreren Standorten.
Ja, fehlende Preise sind ein häufiger Grund, ein Lokal nicht zu betreten. Angegebene Preise wirken ehrlich und ziehen passende Gäste an. Halten Sie die Karte aktuell.
Ruhig und kurz, ohne das Empfinden des Gastes infrage zu stellen, mit Dank und Einladung zum Gespräch oder erneuten Besuch. Die Antwort lesen die nächsten Gäste. Lange Rechtfertigungen wirken defensiv.
Ja, mit engem Radius und kleinem Budget, weil Entscheidungen spontan und lokal fallen. Bewerben Sie ein konkretes Angebot statt das Lokal allgemein. Größere Reichweite bringt selten mehr Gäste.